Mittwoch, 27. Dezember 2017

Die Hebrew-Root-Bewegung

Hebrew-Root heisst "Hebräische Wurzel" und damit bezeichnet man die Hebräischen, beziehungsweise Jüdischen Einflüsse im Christentum. Diese Hebrew-Root-Bewegung, oder sollte man vielleicht besser sagen: Hebrew-Root-Einwirkung? ist genau so alt wie das Christentum selber. Das Neue Testament konnte nie selbstständig werden, es hatte stets den einen Klotz am Bein - den Jüdischen Glauben.

Paulus hatte immer einen schweren Kampf gegen diese Jüdischen Einflüsse, welche bis heute bestehen, ja, wenn man es genau nimmt, so sind diese Einflüsse heute noch größer als jemals zuvor.
Wie sie früher grossen Schaden bei den urchristlichen Gemeinden angerichtet haben, so richten diese heute in der Endzeit noch einen erheblich grösseren Schaden an.

Das Evangelium hatte und hat zwei Adressaten. Zum einen die Juden und zum anderen die Heiden. Für die Juden war und ist es noch immer schwer, das Evangelium des Erlösers Jesus Christus anzunehmen, da ihr jüdischer Glaube schon seit jeher ihr eigenes Fleisch geworden ist. Den jüdischen Glauben aufzugeben wäre für sie beinahe das selbe, wie wenn sie sich selber entleiben. Dafür müssen wir Heiden auch Verständnis haben.

Nur eines gilt, und das kann man nicht deutlich genug hervorheben:

Der Jüdische Glube kann und darf niemals mit dem Evangelium Jesu vermischt werden

Diese Vermischung aber geschah bereits bei den Urchristen und geschieht heute noch viel intensiver - und kaum einer merkt das!

Die Not des Paulus

Dieser Vermischung zu entgehen fiel sogar dem Petrus schwer. Er predigte das Evangelium Jesu und vermied die unreine Speise - weshalb er prompt mit Paulus in den Clinch kam. Siehe dazu die Begebenheit in Apostelgeschichte 15.

Paulus erkannte das Problem sehr wohl. Er hatte alle beide oben erwähnten Adressaten des Evangeliums in seinem Einflussbereich: Die Juden und die Heiden. Dazu kommen noch die gemischten Gemeinden. Drei Briefe richten sich besonders an jüdischen Christen. Das ist der Römerbrief, der Hebräerbrief und der Galaterbrief. Hier ist es überaus deutlich herauszulesen, wie das Evangelium Jesu und der jüdische Glaube sich vermischte und Paulus hatte seine liebe Not, dieses geistige Gemenge auseinander zu halten. Deshalb diese drei Briefe.

Nebenbei bemerkt: Seine Ausführungen bezüglich der "Werke" betrafen ausschliesslich die Gesetzes-Werke. Nicht Liebeswerke, nicht Glaubenswerke. Dazu kommen wir später. Also die nicht im Evangelium gefestigten Juden und Pharisäer, versuchten immer wieder, sowohl in Rom als auch in den Gemeinden Galatiens, den Evangeliums-Gläubigen gewisse Gesetze aufzuerlegen. Besonders natürlich in der Abwesenheit von Paulus. Lies den Römerbrief, den Hebräerbrief und den Galaterbrief jeweils in einem Zuge durch und achte darauf.

Im Prinzip gehören alle drei Briefe nicht in die Bibel. Jedenfalls nicht in die Bibel der Heiden. Die Folge ist unschwer zu erkennen. Das, was Paulus den Juden ankreidete, das beziehen die ungefestigten Heidenchristen auf sich und merken nicht, dass eben die Aussagen bezüglich der erwähnten Werke nicht für sie gelten, sondern den Gesetzeshörigen. Uns muss Paulus kaum lehren, dass wir nicht durch das Gesetz erlöst oder gerechtfertigt werden, das ist uns Heiden so klar wie die Mittagssonne - für die Juden aber ist das eben gar nicht so klar.
Sehen wir uns unter diesem Gesichtspunkt hingegen die andern Briefe Pauli an, wie die Korinther-, Epheser-, Philipper-, Kolosser- und Thessalonicherbrief, dann fällt uns sofort eines auf: Hier wird mit keinnem einzigen Wort auf die Torah oder gar den Tanach Bezug genommen! (Torah = Fünf Bücher Mose, Talmud = Tanach = Altes Testament).

Merke dazu folgendes:

Die urchristlichen Heiden-Gemeinden hatten rein nichts mit der Talmud zu tun!

Ich könnte jetzt sogar soweit gehen und behaupten, die Heiden-Gemeinden wussten nichts von den Propheten, nichts von Mose, nichts von Speisevorschriften, nichts von Opfer, nichts von Festtagen und auch nichts von den Zehn Geboten. Die Heiden hatten eine andere Religion, beziehungsweise hatten Aberglauben (Römische und Griechische Götter). Paulus gab seinen Heiden-Gemeinden offensichtlich auch keinen Einführungskurs in den Talmud, um das Evangelium Jesu besser zu verstehen.

Das ist der grosse Irrtum heute: Man meint, im Talmud bewandert sein zu müssen, um das Evangelium zu verstehen!

Das Allereinzigste wo sich der Talmud und das Evamgelium berühren, ist Apostelgeschichte 15. 20:

"... sondern ihnen (den Heiden) nur anbefehle, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten (geschächtete Tiere) und vom Blut zu enthalten."

Paulus hat das vom ersten Apostelkonzil akzeptiert und hat sich auch daran gehalten. Nichts hat er je den Heiden-Gemeinden vom Judentum gelehrt. Weder Sabbat, noch Feiertage noch irgendwelche andere Gesetze - und auch die Zehn Gebote nicht!

Die Zehn Gebote

Weshalb hat wohl Paulus seinen Heiden-Gläubigen die Zehn Gebote nicht und was hat er ihnen stattdessen gelehrt?

Die Lehre der Zehn Gebote wäre einem Einführungskurs in den Jüdischen Glauben gleichgekommen. Das Gottesbild in den ersten drei Geboten hätte bei den Heiden wohl für eine grosse Verwirrung gesorgt, wenn im Evangelium plötzlich der strenge und zornige Gott als der Erlöser Jesus Christus Mensch geworden ist. Ebenfalls das Sabbat-Gebot hätte für Verwirrung gesorgt, besonders bei den Kolossern, denen er geschrieben hat

"
So soll euch nun niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen eines Festes oder Neumonds oder Sabbats, welche Dinge doch nur ein Schatten derer sind, die kommen sollten, wovon aber Christus das Wesen hat." (2. 16)

Paulus hat sehr wohl die Zehn Gebote gepredigt. Aber auf eine ganz andere Weise als im Talmud nachzulesen ist. Paulus hat getreu nach dem Wort Jesu gehandelt, weil er auch das Wort Jesu verstanden hat:

Die zwei Grössten und Höchste Gebote sind das Gesetz und die Propheten!

In den zwei grössten und höchsten Geboten (Liebe Gott über alles und den Nächsten wie dich selbst), sind also alle zehn Mosaischen Gebote enthalten. Ist man den beiden Jesu-Geboten gehorsam, dann erfüllt man das geforderte Gesetz und den gesamten Talmud.

Frei-Sein vom Gesetz heisst Frei-Sein vom Talmud. Entbindet einem aber natürlich nicht, den Geboten Jesu zu gehorchen! "Gehet hin in alle Welt und ... lehret sie halten alles, was ich euch geboten habe!" (Missionsbefehl)

Um es noch einmal ganz deutlich zu betonen: Legt man den Talmud beiseite und ist den Geboten Jesu treu und gehorsam, so schafft man das Gesetz nicht ab, vielmehr erfüllt man es!!

Die Hebrew-Root-Bewegung einst ...

Dieses Frei-Sein haben die Evangelikalen heute hinten und vorne nicht begriffen. Trotz Römer-, Hebräer- und Galaterbrief! Doch wie kam es dazu?

Paulus hat auch in den Gemeinden Galatiens das Evangelium für die Heiden gepredigt. Es kamen Juden dazu, die sich bekehrt haben, aber trotzdem "den Juden in sich" nicht ganz ablegen konnten. So hat sich ein Misch-Evangelium ergeben, wie auch in Rom.

"... nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium Christi verdrehen wollen."

Was wurde da verdreht? Die Vermischung geschah durch die üblichen Forderungen von Beschneidung und Sabbat. Dazu kamen auch verschiedene Speisevorschriften, was Paulus so richtig in Rage brachte. Er schrieb: "Das allein will ich von euch lernen: Habt ihr den Geist durch Gesetzeswerke empfangen oder durch die Predigt vom Glauben?"

Der Kampf Pauli gegen die Gesetzeswerke bezog sich also alleine nur auf die jüdischen Einflüsse in den Heiden-Gemeinden.

... und heute

Jedermannn kann heute diesen spannenden Kampf nachlesen und man wundert sich, wie es zu solchen Vermischungen des Evangeliums kommen konnte. Wir haben es schwarz auf weiss und bestens erklärt. Paulus drohte sogar, dass derjenige, der ein anderes Evangelium predige als er den Heiden, verflucht wäre. Nun wird aber die Verwunderung noch grösser, wenn man bedenkt, dass heute, trotz dieser eindrücklichen biblischen Warnung, die Situation noch weit schlimmer als damals wurde! Und kaum einer merkt's!

Die Hebrew-Root-Bewegung war noch nie so einflussreich wie heute. Die stärkste Triebkraft war wohl Ellen G. White mit ihrer Siebenten-Tage-Adventisten, welche den Sabbat wieder zur Bedingung des Heils machte und deren zahlreiche Anhänger dies noch heute lehren. Aber nicht nur sie, sondern alle Freikirchen, ohne Ausnhme, sind, die einen mehr, die anderen weniger, dem Alten Testament, also dem Talmud verpflichtet. Es werden viele Gebote aus dem Talmud herbeigezogen, um das Kirchen-Evangelium aufrecht zu erhalten!

Ich denke unter anderem daran, dass es "verboten" sei, "mit Geistern (Verstorbenen) in Kontakt zu treten". Ein Gesetz aus dem Talmud. Im Neuen Testsament aber sind der Reiche, Lazarus, Mose und Elia (alles Verstorbene) zum Zeugnis "hervorgebracht" worden.

Im weiteren denke ich daran, dass die Sündendefinition aus der Torah stammt. Ich muss mir eingestehen, wie ich selbst durch das zwangsläufige Studium des Alten Testamentes dieser Sündendefinition unterlegen bin. Beziehungsweise unterlegen gewesen bin - was sich nur so allmählich löst. Verglichen mit der Bergpredigt, zeigt sich die Erlösung von der Sünde in einem neuen Licht, sofern man das Alte Testament mit seinem rach- und zornsüchtigen Gott, der ständig mit der Hölle droht, beiseite lässt. Die Sündendefinition im Neuen Testament ist alleine dem Heiligen Geist vorbehalten, welcher der betreffenden Seele ihre Sünden definiert - und damit zur Busse führt. Aber das funktioniert heute kaum noch mehr, weil alle auf das Alte Testament fokkusiert sind.

Dann denke ich auch an die Speisegebote. Gerade der relativ einflussreiche YT-Kanal "EndzeitReporterMCM" hat sich sehr intensiv auf die Einhaltung der Speisegebote, namentlich dem Verbot dem tralmudisch unreinen Fleisch festgelegt. Das ganz im Gegensatz zum Neuen Bund, wo es heisst: "Alles, was auf dem Fleischmarkt feil ist, das esset, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen" (1. Kor. 10. 25). Nicht nur für die Heiden, auch für die bekehrten Juden gilt das. Die moderne Hebrew-Root-Bewegung, zu der eben auch EndzeitReporterMCM gehört, bewegen sich hier als geistliche Geisterfahrer in der Gegenrichtung und verwirren das Volk.

Die Hebrews-Peoples sprechen auch nicht oder sehr selten von Jesus, sondern durchwegs vom Messias. Wenn sie einmal von Yeshua sprechen, dann nicht vom Mensch gewordenen Gott (Joh. 1), sondern von einem gesandten Messias.

Wieder weiters denke ich an die Festtage. Gerade heute werden die christlichen Festtage wie Weihnachten und Ostern satanisiert. Diese Tage entsprächen rein kalendarisch nicht den damaligen Begebenheiten und entwickelten sich aus heidnischen Gebräuchen. Nun, das mag durchaus so sein, dass Jesus nicht am 25. Dezember geboren wurde und der Christbaum aus Gepflogenheiten aus dem assyrischen Reich entstammt. Aber ist es denn nicht gerade ein gutes Zeichen, dass die Heidnischen Gebräuche christianisiert worden sind? Ist doch gut, meine ich. Zumal wir heute im islamisierten Europa noch Reste von christlichen Symbolen aufrecht erhalten sollen, und nicht alles dem Zeitgeist opfern.

Zu den Festtagen gehört natürlich auch der Sabbat. Hebrew-Men fordern von allen Christen das Halten des Sabbats ein. Nicht den Sonntag, sondern den Samstag! Oben habe ich schon erwähnt, dass im Kolosserbrief genau das Gegenteil steht.

Dann denke ich an einen weiteren Beweis, weshalb der Talmud für die Stützung der Evangelikalen Kirche wichtig ist: Der Zehnte! Ja, letztlich geht es ja um das Goldene Kalb, sei es in der Wüste Sinai oder in der Trübsalszeit: Am Geld führt kein Weg vorbei: Der Zehnte.

Dass der Zehnte im Talmud gefordert wird, ist klar. Nun sind es die Kirchen, welche diese Forderung ins Neue Testament hinübergerettet haben. Es war nicht Paulus! Es war auch nicht Jesus! Nein, es ist die Kirche. Paulus wiederum hat etwas anderes gelehrt und vor allem, er hat etwas anderes vorgelebt!

Fazit

Die selben Einflüsse, die Paulus in Rage trieb, die sind heute noch im verstärkten Masse am Wirken. Das deshalb, weil die Verbreitungsmöglichkeiten von Sonderlehren ganz anders sind, und in Sekundenschnelle jedermann erreicht werden kann.

Die treibende Kräfte der modernen Hebrew-Root-Bewegung im deutschsprachigen Raum sind Markus Müller mit seinem EndzeitReporterMCM und Infokrieger mit 53 Tausend Abos, Steve Okunola mit Nature23 (firstfruits.net), mit ca. 15 Tausend Abos und Norbert Link, Aufpostenstehen mit etwa 5 Tausend Abos. Alle drei sind Bettel-Blogs und Bettel-Kanäle.

Die Schlagkraft der Judaisierer ist also beachtlich und nicht zu unterschätzen. Dazu kommt, dass die evangelischen Denominationen für die Jüdische Religion sehr offen und bereit ist, vieles davon zu übernehmen. Darunter leidet der Glaube mit den wahren Werken, weil letztere aus falschem Verständnis durchs Band abgelehnt werden.

Ich finde, es ist Zeit zum Umdenken. Es ist Zeit, das Rad zurückzudrehen und uns dem Evangelium, das Paulus den Korinthern, den Ephesern, den Kolossern und den Philliper gepredigt hat, wieder vermehrt zuwenden. Ohne jeglichen jüdischen Schnick-Schnack! Alle diese Gemeinden wussten nichts von Torah und Talmud, nichts von Zehnten, nichts von irgendwelchen jüdischen Gesetzen und Geboten. Sie waren frei von Religion und damit bereit zum Glauben! Von ihnen konnte Paulus sagen "Wir danken dem Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, so oft wir für euch beten, da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen".

Auf diese Liebe kommt es an. Allein auf diese Liebe, denn diese allein ist das Zeugnis des Glaubens.

So wollen wir hoffen und beten, dass gerade jetzt, wo die Zeiten und äusseren Umstände zusehends rauher werden, auch Markus, Steve und Norbert und alle anderen Torah-Teachers zur Erkenntnis kommen und die Christen, die noch nicht so stark im Glauben sind, nicht weiter verwirren, sondern daran arbeiten, dass die Liebe zunimmt und nicht das äussere Religionsgehabe.

Und vor allem diese Glaubenslehrer müssen ihren Glauben beweisen und alles, was sie zum physischen Leben benötigen, von Gott erwarten und nicht von Paypal. Paypal ist für die Welt. Gott gibt uns, was wir brauchen, täglich, aber auf einem ganz anderen Weg und nicht über diejenigen, die wir lehrmässig ansprechen! Gott gibt immer auf verborgenen Pfaden und wenn wir betteln gehen, dann zieht Er sich logischerweise zurück!




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Jesus segne Dich!