Mittwoch, 5. Februar 2014

Das Gericht beginnt am Hause Gottes


Viele Kirchenchristen sind der Meinung, dass sie, wenn sie auch nur genügend glauben, das Gericht Gottes nicht erleben werden, dass Jesus sie davon am Kreuz befreit hat. Natürlich ist das richtig, wenn man entsprechende Bibelverse wählt. Und es ist aus richtig, wenn man vom Gericht im Jenseits, also vom Gericht am Jüngsten Tag spricht. Aber es ist nur dann richtig, wenn die Gläubigen schon in diesem Leben auf der Erde durch dieses Gericht hindurchgegangen sind. Ist das der Fall, so dient das Gericht, von dem Petrus spricht, zum Leben, wogegen das Gericht am Jüngsten Tag zum Tod gereichen wird.




Weshalb ist das so? Ereilt einem das Gericht in diesem Erdenleben, so hat die Seele die Möglichkeit, umzukehren. Ereilt einem das Gericht aber erst nach dem leiblichen Tod, so ist eine Umkehr nur sehr, sehr schwer möglich und es zieht dann in den allermeisten Fällen den zweiten Tod nach sich.

Petrus sagt: “Denn die Zeit ist gekommen, daß das Gericht anfange bei dem Hause Gottes.” 1. Petr. 4, 17

Das erste Gericht, durch welches alle Christen durchmüssen, ist die Sündenerkenntnis. Der Heilig Geist waltet bei der Bekehrung in diesem Amt. Er zeigt der Seele, wo und wie sie gefehlt hat, Er, der Heilige Geist, bringt nun alles ans Licht. Dieser Vorgang empfindet die Seele natürlicherweise als Anklage, als Demütigung und sie sieht darin ihr absolutes Verlorensein. Sie erlebt „am eigenen Leibe“, dass wir wirklich alle Sünder sind und nicht einer von uns vor Gott gerecht sein kann. Wenn der Heilige Geist in vollem Masse wirksam ist, dann ist die Folge, dass der Mensch im Angesicht seiner Verfehlungen über seine Sünde weint und Gott um die umgehende Erlösung anfleht.

Dieses ist das normale Vorgehen bei einer Bekehrung. Wenn die Seele derart durch den Geist Gottes einsichtig wird, dann lebt sie hinfort nur noch mit dem einen einzigen Ziel, die Sünde zu meiden und ihr den Rücken zu kehren. Sie will nur noch dies Eine erreichen: Nicht mehr sündigen zu können!

Leider aber sind solche Bekehrungen nur noch ganz, ganz selten. Wie wir schon beim Aufsatz „Evangelisation“ gesehen haben, laufen die von Theologen und Pastoren inszenierten „Bekehrungen“ ganz anders ab. Da wird ein „angenehmes“ Klima geschaffen, wo auch schon Witze mal zum Zuge kommen. Ob da wohl jemand über seine Sünde weint? Ob da wohl jemand derart ergriffen wird, dass er sich zum Ziele setzt, nicht mehr sündigen zu können? Weit gefehlt! Gerade das Gegenteil wird gelehrt!

Hast du, mein lieber Freund, schon einmal über deine eigenen Sünde geweint? Oder bist du einfach in eine gläubige Familie hineingeboren und hast dir die Sündenerkenntnis damit angeeignet, weil es in der Biebl steht, dass wir alle Sünder sind? Das trifft auf die allermeisten Gläubigen zu. In einem Forum lese ich dazu einen interessanten Beitrag mit folgendem Ausschnitt:

Pastor Robert Schaefer, der jahrelang eine Bibelschule geleitet hat, vertritt die Ansicht, dass man heute langsam durch Gemeinschaft ins Christentum hineinwächst. Er sagte mir, das sei bei seinen Amtsbrüdern überall so. Irgendwann lässt man sich taufen und wird Mitglied.

Ja, mein lieber Leser, hier genau haben wir das Problem. Das Gericht der Sündenerkenntnis ist bei den meisten völlig unbekannt. Deshalb wird die Sünde – ich spreche hier von der kleinen Lieblingssünde – nicht erkannt. Wird sie aber dennoch erkannt, entschuldigt man sich mit dem schwachen Fleisch.

Dieser oben erwähnte Pastor Schaefer liefert das Motiv, weshalb die Freikirchen (ich spreche bewusst verallgemeinernd) über die korinthische Stufe nicht herauskommen, weshalb die Freikirchen noch immer mit einem Fuss in der sinnlichen Welt steckengebliegen sind. Das gilt natürlich nicht nur für die Freikirchen, sondern für deren Mitgliedern. Da kann es aber schon einmal vorkommen, dass der Eine oder Andere das Problem erkannt hat und trotzdem auf den rechten Weg gekommen ist. Aber das sind Ausnahmen, denn wenn jemand das Problem erkannt, dann fühlt er sich nicht mehr wohl in einer Freikirche, wo alle „wiedergeboren“ sind und trotzdem noch ein sinnliches Leben führen.

Gut, kommen wir wieder zurück zum Gericht. Wer dieses erste Gericht der Sündenerkenntnis und damit der Demut vor Gott durchgemacht hat, der darf dann auch am zweiten Gericht teilhaben, jenes Gericht das Petrus im schon zitierten Brief erwänht: Das Ausharren in der Verfolgung (Verse 12 bis 19) :

„Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden (die euch widerfährt, daß ihr versucht werdet), als widerführe euch etwas Seltsames;  sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget.  Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet über den Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen.  Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder der in ein fremdes Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will's für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelium nicht glauben?  Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen als dem treuen Schöpfer in guten Werken.“

Verfolgung gibt es nicht nur in mohamedanischen Ländern. Verfolgung gibt es auch in unserem Kulturkreis, wenn auch in einer andern Form, aber jedenfalls auch mit totaler Ausgrenzung. Aber diese Verfolgung, eben das Leiden, welches Petrus hier als Gericht beschreibt, erleben nur diejenigen, welche das erste Gericht, das der Sündenerkenntnis und der darauf folgenden  hundertprozentigen und kompromisslosen Umkehr erlebt haben. Die lauwarmen Sinnen- und Verstandeschristen werden kaum an einer Verfolgung zu leiden haben, sie sind in der Anpassung zu sehr geübt und ihre Kirchen bezeugen das mit der Mitgliedschaft bis zum Weltkirchenrat.

Aber noch sind wir in der Welt. Hat eine Seele den tiefen Wunsch, die Möglichkeit dieses ersten Gerichts nicht unverstreicht zu lassen, so ist noch gar nichts verloren. Der Geist Gottes im Herzen eines jeden Menschen auf dieser Erde wartet nur darauf, dass Er Seines Amtes walten darf. Er drängt sich nicht auf, Er wartet bis die Seele Ihn bittet, diese Sündenerkenntnis zu erhalten. Wenn du noch nie eine Gebetserhörung erlebt hast, dann wirst du jetzt eine neue Erfahrung machen. Der Geist Gottes wird in deinem Herzen dich führen und du darfst getrost sein, es wird kein anderer, böser Geist sein, sondern wirklich der Heilige Geist, welcher dir jetzt deinen Stand eröffnet, welchen du vor Gott hast! Das ist der erste Schritt in der Heiligung und für alle weiteren hast du dann diesen deinen Führer und Lehrer: Jesus Christus persönlich!

Am nächsten Mitttwoch, so Gott will und wir noch leben, werden wir sehen, in welcher Kirche alle diese Seelen, welche den beschriebenen schmalen und dornenreichen Weg eisern und standhaft gehen, zu finden sind.

 

Jesus segne dich!

 

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.