Mittwoch, 26. Dezember 2012

Leben Engel unter uns? III


 

Die fesselnde Geschichte von Tobias hat uns eindrücklich gezeigt, daß an sich unsichtbare Engel durchaus unerkannt sich wie ein Mensch auf Erden bewegen und sich unterhalten kann. Ein Engel in einem menschlichen Körper? Es scheint, daß es ein menschlicher Leib ist, ist es aber nicht. Denn ein materieller Leib eines Engels stammt nicht aus der Blutlinie Adams.

Raphael ist ein Göttlicher Engel im Himmel. Der segensreiche Auftrag, den er in der Geschichte Tobias erfüllte, war ein klarer Auftrag Gottes. Raphael und alle andern Engel im Himmel handeln nicht nach eigenem Willen, sondern tun, was der Herr will. Das heißt aber nicht, daß sie nicht einen eigenen Willen hätten und nicht tun könnten, was ihnen selbst wohlgefiehle. Sie hätten durchaus die Möglichkeit, den Willen Gottes zu ignorieren und das tun, wonach ihre eigenen Begierden gelüsten. Nur – das hätte natürlich knallharte Konsequenzen. Auch dafür gibt es ein biblisches Beispiel. Es gab Engel, ja sogar Cherube, welche diese Erfahrung schon gemacht haben. Dabei müssen wir nun unterscheiden zwischen dem Fall Luzifers, welcher schon früher geschah und dem Fall dieser Cherube, welche ihre Aufgabe als Wächter des Thrones Gottes missbraucht haben und demzufolge – wie einstmals Luzifer – aus dem Himmel verwiesen wurde. Diese Geschichte lesen wir im 1. Mose 6. 1 ff:

"Als sich aber die Menschen zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, sahen die Söhne Gottes, daß die Töchter der Menschen schön waren und nahmen sich von allen diejenigen zu Weibern, welche ihnen gefielen. Da sprach der HERR: Mein Geist soll den Menschen nicht ewig darum strafen, daß auch er Fleisch ist, sondern seine Tage sollen hundertundzwanzig Jahre betragen! Die Riesen waren auf Erden in jenen Tagen, und zwar daraufhin, daß die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen kamen und diese ihnen gebaren. Das sind die Helden, die von alters her berühmt gewesen sind."

Der Apostel Judas nahm auf diese Geschichte Bezug, als er schrieb: "und daß er die Engel, welche ihr Fürstentum nicht bewahrten, sondern ihre eigene Behausung verließen, für das Gericht des großen Tages mit ewigen Banden unter der Finsternis verwahrt hat;" (Vers 6)

Also, diese Cherube oder diese Wächter waren Engel, auch Gottes Söhne genannt. Wie wir nun wissen, war und ist es für Engel ein Leichtes, sich einen materiellen Leib anzueignen. Dabei ist es ein ebenso Leichtes, diesem Leib eine Form nach ihrem eigenen Gutdünken zu geben und in diesem Fall ist es nicht schwer zu erraten, welche menschliche Form diese Engel wählten. Um den menschlichen Töchtern zu gefallen, welche sie sich auserwählt haben, erschienen sie ihnen als flotte, kräftige Jünglinge.

Die Frucht dieser Verbindung der Göttlichen Väter, welche ja nicht in der Blutlinie Adams waren mit den menschlichen Töchtern war dann auch etwas Aussergewöhnliches. Das Ergebnis dieser Verbindungen waren dann nicht Menschen aus Adam, sondern halb Götter, halb Menschen. In der Bibel steht zwar nur daß diese unnatürliche Nachkommenschaft "Riesen" wären und geht nicht näher darauf ein. Diese "Riesen" begegnen uns dann im Alten Testament immer wieder, sei es bei den Kanaaniter, vor denen die Israeliten Angst hatten, sie zu überwältigen oder sei es bei David, welcher hingegen keine Angst hatte, den Riesen Goliath zu bekämpfen. Andere Schriften nennen diese Riesen auch Nephilim. Ausser Goliath kennen wir noch weitere Namen dieser Nephilim, etwa Gilgamesch, Zeus, Herkules, Re, Neptun, Herakles, Apollo und wie die alten Götter, eben die Helden, die von alters her berühmt gewesen sind, alle auch heißen mögen.

Die Eigenschaft dieser Nephilim aber war nicht nur die überragende Körpergrösse. Es gab Hybriden, halb Mensch, halb Tier. Das ist damit zu erklären, daß das ganze DNA-Gefüge ausser Rand und Band geraten ist. Die seit Adam weitergegebene Gen-Struktur wurde durch die nicht menschlichen Väter zerstört.

Diese Himmlischen Väter haben aber nicht nur Nachkommen mit Menschen gezeugt. Sie haben den Menschen Himmlische Geheimnisse verraten wie das Kriegshandwerk, die Astronomie usw. Das Buch Henoch gibt uns darüber Auskunft. Auch wenn dieses Buch Henoch nicht Bestandteil des Kanon ist, so ist es immernoch eine interessante Informationsquelle, zumal der Apostel Judas (im Vers 14) in seinem Brief auf eben dieses Buch Henoch Bezug nimmt.

Für diese Vergehen sind die Engel, die zweihundert Cherube, wie Henoch schreibt, von Gott schwer bestraft worden. Sie wurden gebunden bis auf den Tag des Jüngsten Gerichts. Sie sind schwerer bestraft worden als Luzifer. Letzerer ist lediglich aus dem Himmel verstossen, kann sich soweit frei bewegen, er geht auf der Erde umher (wie ein brüllender Löwe), er erscheint täglich vor Gottes Thron (um die Gläubigen zu verklagen) und er herrscht in den Lüften. Die 200 Cherube aber sind gebunden und haben keine Möglichkeit, sich zu rühren.

Das Treiben dieser Nephilim, welche sich ja wieder mit menschlichen Frauen verbunden haben, war so arg, daß die Menschenrasse sich so verändert hatte, daß es eben keine reine Menschen mehr waren – bis auf Noah und seine Familie. Gott hatte keine andere Möglichkeit, als diese entartete Menschenrasse zu vernichten.

Wie wir aber aus der Heiligen Schrift wissen, wurden durch die Sintflut nicht alle Nephilim vernichtet, einige überlebten, welche sich dann auch wieder vermehrten und vor allem im Gebiet Mesopotamien (Sumerer), Libanon bis Ägypten anzutreffen sind. Nicht nur die Bibel, sondern alle Kulturen berichten von diesen Nephilim, welche einstmals als Götter den Eingang in die Mythen und Historie gefunden haben.

Eines Tages sind diese Nephilim aber ausgestorben (man nimmt das wenigstens an). Aber was geschah mit einem Nephilim, der starb? Hatte er ebenfalls eine Art Seele und was geschah mit dieser nach seinem Tod? Diese Fragen sind besonders heute sehr wichtig, weil diese Nephilim sich nun in dieser Endzeit wieder rege betätigen.

Die Geister dieser Nephilim nennen wir die Dämonen. Diese sind keinesfalls gebunden, sondern gehen wie Luzifer frei auf dieser Welt umher und suchen, wen sie verschlingen können. Wenn wir uns Dämonen vorstellen, dann stellen wir uns Wesen in Form eines Drachen, eines Tieres oder halb Mensch, halb Tier vor. Genau so, wie sie eben sind. Oder Reptiloiden, Schlangen, Heuschrecken, Fröschen und Kreuzungen davon aber immer mit übermenschlicher Intelligenz.

Auch diese Nephilim oder eben: Dämonen haben die Möglichkeit, Menschliche Leiber anzunehmen. Aber nicht wie ihre Väter, denn diese Leiber sind nun nicht materiell, aber sie können ihre Leiber den Menschen materiell "erscheinen" lassen. Aber nicht nur ihre Leiber, sondern auch andere materielle Objekte. Für die betreffenden Menschen sind diese Erscheinungen dann echt und sie sind Glaubens, diese Erscheinungen als absolut feste materielle Objekte wahrzunehmen. Mit dieser Fähigkeit haben diese Dämonen nun die allerbesten Möglichkeiten, unter den Menschen eine riesige Verwirrung zu stiften. Wie ihnen das gelingt, zeigt die New-Age-Bewegung und die Esoterische Szene – und wie diese Einflüsse auf die Kirchen übergreifen, ist ja unschwer zu erkennen.

Wie diese Dämonen fast die gesamte Menschheit zum Narren halten, wollen wir im nächsten Teil sehen.

 

Jesus segne Dich!

 

 

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Leben Engel unter uns? II


 

Wie wir im ersten Teil dieses Aufsatzes festgestellt haben, haben Engel die Fähigkeit, einen Körper zu materialisieren. Das hat uns zur Erkenntnis geführt, daß Engel als Geistwesen Herr über die Materie sind und wenn sie einen Leib materialisieren können, müssten sie ja auch die Macht haben, andere feststoffliche Gegenstände zu vergegenständlichen. Ausserdem haben wir erfahren, daß materialisierte Engel gehen, schlafen, essen und reiten können und sich damit den Anschein geben können, daß sie sich zum Menschen in nichts unterscheiden.

Wer die Bibel nur oberflächlich oder als Geschichtsbuch liest, könnte jetzt diese Feststellung als reine Mär bezeichnen – und ich könnte ihm das nicht einmal übelnehmen. Aber "materialisierte Engel" ist kein Hollywood-Thema, es ist biblische Wahrheit und im Verlauf dieses Aussatzes werden wir sehen, was Engel mit diesen Fähigkeiten so alles unter den Menschen angestellt haben. Dabei wollen wir vor allem für die nachfolgenden Teile zwei entscheidende Punkte im Auge behalten: Engel können materialisieren, die einen gegenständlich, andere aber nur in der Erscheinlichkeit, was aber für den betreffenden Beobachter keinen Unterschied macht. Der zweite Punkt betrifft den Leib, in dem sie in Erscheinung treten können. Obwohl sie essen und trinken können, brauchen sie diese Nahrung nicht, obwohl sie schlafen können, brauchen sie diesen Schlaf nicht, weil es in der geistigen Welt keinen Schlaf mehr gibt. Und so gibt es einen ganz wesentlichen Unterschied zum Leibe eines Menschen: Ein durch Engel materialisierter Körper entstammt niemals der adamitischen Blutlinie!

Eine wunderbare und wahre Geschichte eines gläubigen Gottesmannes gibt uns Aufschluss darüber, wie Engel, von Gott beauftragt, großen Segen wirken können. Da war also dieser Gottesmann, dessen Glauben so gross war, daß er sich gegen das System wandte und Verbote der Regierung ignorierte um das zu tun, was Gott wohlgefiel. Und so kam es, daß er alt wurde und eines Tages gedachte er einem Schuldbrief, den er von einem Freund erhielt, dem er viel Geld borgte. So beauftragte er seinen Sohn, der ebenfalls ganz treu im Glauben stand, in eine fremde Stadt zu reisen, um den besagten Schuldschein einzulösen. So weit so gut. Das Problem war nur, daß der Sohn den Weg nicht kannte und dieser Weg sehr gefährlich war. Der Vater, inzwischen blind geworden, bat den Herrn um göttlichen Beistand. Und wie das schon seit Urzeiten so war, daß Gottesfürchtigen Menschen den göttlichen Beistand nicht versagt bleibt, erhielt er ihn auch. So meldete sich zur richtigen Zeit und am richtigen Ort ein Jüngling, der die Anfrage für die erhoffte Begleitung für die beschwerliche Reise bereitwillig annahm. Dieser gab wohl (s)einen Namen an, welcher ihn als vertrauenswürdig auswies.

Während Wochen waren nun der Sohn und der Jüngling beisammen und nicht wies darauf hin, daß dieser Jüngling ein gottgesandter Engel war, wie es dann am Schluss der Geschichte geoffenbart wurde und als alle das erführen, fast zu Tode erschraken. Dieser Engel war der Engel Raphael und nachzulesen ist die Geschichte in der Bibel im Buch Tobias.

Diese Geschichte bestätigt die schon zitierte Aufforderung im Hebräerbrief: "Gastfrei zu sein vergesst nicht, denn dadurch haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt" (Hebr. 13. 3).

Dieses Beispiel zeigt das segensreiche Wirken eines Engels, der von Gott gesandt wurde. Diese Engel tun nichts von sich aus, sondern sie sind der Arm Gottes, welcher einzig nur Seinen Heiligen Willen erfüllen.

Aber es gibt nicht nur Engel, welche den Willen Gottes erfüllen, es gibt auch Engel, welche ihren eigenen Willen realisieren wollen und dies auch tun, zum Leidwesen der Menschen, welche diese geistigen Begebenheiten nicht erkennen wollen oder können.

Es gibt nicht nur göttliche Engel, es gibt auch gefallene Engel. Daß solche Geistwesen die selbe Fähigkeiten – oder sagen wir vielleicht treffender: beinahe dieselben Fähigkeiten haben, werden wir in der Folge sehen.

Paulus hatte in dieser Sache mehr als viele andere Menschen eine ganz klare Sicht. Er wusste, daß Engel als Menschen erscheinen können, auch gefallene Engel! Er sagte: "Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium predigen würde außer dem, was wir euch verkündigt haben, der  sei verflucht!" (Gal. 1. 8) Beachten wir hierbei genau, wie Paulus sich ausgedrückt hat: Engel vom Himmel. Wenn wir in der obigen Geschichte vom Engel Rafael  als einem Engel im Himmel gelesen haben, also einem Engel, der aus der Göttlichen Herrlichkeit entsandt wurde, lesen wir hier von Engel vom Himmel. Das sind Engel, welche einst ebenfalls im Himmel waren, danach aber aufgrund ihrer Verfehlungen, wie wir noch sehen werden, von dort ausgestossen wurden.

Seit Paulus haben wir nun gesehen, daß es viele Engel gab, welche ein anderes Evangelium gepredigt haben. Ein solcher Engel aus der Hölle war zum Beispiel Mohammed, welcher den Islam erfand. Er gab vor, den Koraninhalt von seinem Gott erhalten zu haben, was ja eigentlich nicht von der Hand zu weisen ist, nur dieser sein Gott war Allah, von dem viele Bibelforscher glauben, er sei Satan selbst. Auch ich habe diese Meinung lange vertreten, bin dann aber zu anderer Überzeugung gekommen, denn Allah ist abgeleitet von Al-ilah (der Gott), und vor der islamischen Zeit war Al-ilah ein Mondgott, der in der Kaaba verehrte wurde. (Die Mondsichel im islamischen Wappen legt darüber beredtes Zeugnis ab.) Da er also einer der vielen Götter gewesen ist, war (oder ist) er ein Nephilim, also nach seinem Tode ein Dämon. Das nur am Rande, wir kommen aber noch auf die Nephilim und deren Väter zu sprechen.

Dieser Dämon Allah ist also ein Engel vom Himmel, von dem Paulus sagt, er sei verflucht, des anderen Evangeliums wegen.

Einem solchen (gefallenen) Engel ist auch Claude Vorilhon aufgesessen, welcher seither ein ganz neues – und der scheinbaren Glaubwürdigkeit wegen – ein sehr gefährliches Evangelium predigt und damit  eine relativ große Anhängerschaft erworben hat.

In der Zukunft werden wir eine gewaltige Verwirrung erfahren durch diese Engel, welche nun immer mehr und immer klarer in Erscheinung treten. Die ist aber keine Zukunftsprognose oder Prophetie, denn diese Verwirrung hat bereits angefangen und tritt in verschiedenen Bereichen zutage.

Bleib dran!

 

Jesus segne Dich!

 

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Leben Engel unter uns? I


 

Natürlich leben Engel unter uns, wenn wir die Frage so verstehen, ob Engel geistig mit uns sind. Nun, das dürfte hoffentlich keine Frage mehr sein, denn das materielle und das geiustige Leben geht Hand in Hand und man kann das nicht trennen. Man kann also nicht sagenh, hier istr die Materie und dort das Geistige.

Aber darauf zielt die Frage nicht ab. Vielmehr geht es mir darum, ob Engel materiell unter uns sind, also nicht in einem Geist-Leib, sondern in einem materiellen Leib, der denen von uns Menschen nicht zu unterscheiden ist.

Die Bibel erzählt uns einige Male, daß Engel in ihrem Geist-Leib den Menschen erschienen, das bekannteste Beispiel ist wohl die Erscheinung des Erzengel Gabriel bei Maria, als er ihr die Schwangerschaft und die Geburt Jesu verkündete. Viele andere Geschichten in der Heiligen Schrift legen von solchen Erscheinungen Zeugnis ab. Und jedesmal hatte eine solche Erscheinung dieselbe Folge beim Menschen: sie fürchteten sich, sie waren im ersten augenblich wie gelähmt, ja es standen ihnen die "Haare zu Berge" und sie hatten eine Gänsehaut. Deshalb waren die ersten Worte dieser Gottgesandten Engel immer: "Fürchte dich nicht".

Etwas ganz anderes ist es aber, wenn ein Engel in einem, sagen wir mal: "angenommenen" materiellen Leib erscheint. Dann wäre dieser Engel von einem "normalen" Menschen nicht mehr zu unterscheiden. Gibt es solche Erscheinungsformen? Leben Engel unter uns – und wir wissen es nicht?

Paulus (beziehungsweise der Hebräerbrief-Schreiber) hat diese Frage nie gestellt. Er ging davon aus, daß unter den Menschen Engel leben ohne daß erstere dies merken. In einer kurzem Bemerkung stellt er fest: "Gastfrei zu sein vergesst nicht, denn dadurch haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt" (Hebr. 13. 3)

Diese Bemerkung wirft viele Fragen – und beantwortet aber auch viele.

Wenn Engel schon bei uns eingekehrt sein könnten ohne daß wir das wissen, dann heißt das: Engel können einen menschlichen Leib materialisieren und diesen natürlich wieder auflösen. Damit stehen die Engel über der Materie und diese ist ihnen untertan, sie beherrschen die Grenzen zwischen Geist und Materie – oder anders ausgedrückt: sie kennen keine Grenzen zwischen Geist und Materie!, diese beiden gehören zusammen und sind demnach nicht zu trennen!

Wie wir noch sehen werden, widmet die Bibel ein ganzes Buch dieser Frage und beschreibt, wie ein Engel einen genau definierten Auftrag auf Erden ausführen  muß, der einige Wochen Zeit in Anspruch nahm – und keiner der beteiligten Personen merkte etwas!

Ein materialisierter Engel kann gehen, sich kleiden, essen, hören, sprechen, reiten – ja, er kann alles, was ein Mensch auch kann. Er kann aber noch mehr: plötzlich auftauchen und ebenso plötzlich wieder verschwinden.

Daß dies aber nicht nur interessante oder lustige Geschichten sind, werden wir in der Folge noch sehen.

Ein Erlebnis möchte ich hier wiedergeben, das ich der Webseite "Lebenswinke" entnommen habe. Wenn der Autor dieses Berichtes hier von Jesus spricht, so glaube ich ihm das, es kann aber genau so gut ein Engel sein. Eine Handlung, den ein Engel im Namen und im Auftrag Jesu tut, ist dieselbe, wie es Jesu selbst täte.

Begegnung in Hameln: 2003

Ein Freund, ja mehr noch ein Bruder war zu Besuch bei uns. Wir hatten uns auf diese Begegnung gefreut, und ich sagte unwillkürlich, daß wir doch nach Hameln fahren möchten und wer weiß, vielleicht treffen wir Jesus. Wir waren alle in einem Hochgefühl, und von daher waren diese Worte auch keine Blasphemie, sondern waren schon tief aus dem Herzen. 

Die Kinder waren begeistert, und so fuhren wir denn auch schon los, und wir zeigten unserem Besucher einige schöne Stellen in dem Städtchen, u.a. auch den Dom und das Hochzeitshaus mit seinem Glockenspiel. Hameln ist bekannt wegen der Geschichte vom Rattenfänger und besitzt wunderschöne Sandsteinhäuser, auch Fachwerkhäuser aus früheren Zeiten, die nach dem Krieg und vor allem in den 60er Jahren wieder vollständig hergerichtet wurden. 

Wir standen nun vor der großen Treppe am Marktplatz auf der Seite, wo sich über uns das Glockenspiel des Hochzeitshauses befindet. Es war um die Mittagszeit, aber das Glockenspiel mit der Rattenfängerthematik hatten wir vorerst verpaßt, allerdings kannten wir es, denn wir kennen diese Stadt, die sich unweit unserer Heimat befindet auch sehr gut. Aber wir hätten es gerne unserem Bruder gezeigt. Etwas später würden die Figürchen wieder hervorkommen, aber solange gedachten wir auch nicht zu bleiben. Jedenfalls standen wir 4 Personen (2 Kinder und R. + ich) dort herum und schauten nach oben, als die beiden Jungs plötzlich erstarrten und zu mir hinauf schauten, denn ich stand auf der oberen Stufe - etwas oberhalb von ihnen. 

Sie hörten mir nicht mehr zu und waren ganz gebannt von etwas, was neben mir stehen mußte, und ich hörte, wie sie leise und völlig überrascht: „Jesus! Jesus! Jesus!“ sagten. Das überraschte mich nun, und ich drehte mich zur Seite, und ca. einen Meter neben mir stand unerklärlicherweise jemand, der da vorher nicht gewesen war. Es war ein junger Mann um die dreißig in einer jüdischen Tracht mit langen Locken und einem kleinen Hütchen auf dem Kopf, und er wirkte so, als wenn er genau dort hingehören würde. Also nichts, was irgendwie fremd war. Mir kam er sehr bekannt vor, und da ich selbst als Lieblingsbild Jesu das Bild nach den Angaben der Faustina schätze, so fiel mir zwar eine Ähnlichkeit auf, aber es paßte irgendwie nicht zu der Bekleidung, und ich selbst hing dann irgendwie innerlich fest.

Ich schaute dabei zu den Kindern und rief sofort aus, daß ich den Mann kennen würde, aber das sei nicht Jesus. Mir war gar nicht bewußt, daß dieser Mann ja neben mir stand, - wie überhaupt alles anders war. Nichts um uns herum sprach uns an. Es gab nur den jungen Menschen und uns, genaugenommen gab es in diesem Moment nur Jesus und mich, und doch getraute ich mich nicht, Ihn zu erkennen. Also drehte ich mich wieder zu den Kindern und unserem Besuch und dann wieder zu Ihm hin – und Er war weg. Für uns völlig überraschend war Er weg, und wir hätten es bemerken müssen, denn auf einer großen Treppe auf einem großen und freien Platz verschwindet niemand einfach so.  

„Oh Papa!“ riefen die Kinder, „Das war Jesus!“ Ich war völlig zerknirscht, denn sie hatten recht, es war Jesus, und wir schwiegen dann innerlich bestürzt, und ich fühlte mich nicht so gut. „Okay!“, sagte ich dann: „wenn wir Ihn wiedersehen, dann stürzen wir auf ihn zu, und dann kommt Er uns nicht so einfach davon!“ Wir gingen mit diesem Kompromiß irgendwie weiter, und jeder fühlte sich dann innerlich beschwingt.  

Als wir dann in einem kleinen Bücherladen von „Weltbild“ standen, sahen wir, wie Jesus in der Ecke der Religionsbücher stand. Er drehte sich um und kam uns entgegen, und wir standen nur da - und kurz bevor Er bei uns war – war Er weg. Ich weiß nicht, wie wir reagiert hätten, aber es war schon ein unglaublich großartiges Gefühl. Uns war die ganze Bedeutung dieses Vorfalls in diesem Moment nicht so bewußt, wir waren ein wenig betäubt, und erst später wurde uns klar, was da geschehen ist.

Jahre vorher, schon bei der Lektüre des Lorberwerkes, war es der sehnlichste Wunsch von mir und meinem Bruder, daß wir Jesus so konkret sehen wollten, wie wir es diesmal getan hatten. Doch damals hatten wir Ihn nicht gesehen oder wir waren noch zu unreif gewesen und konnten Ihn deshalb vielleicht auch nicht erkennen. Bei dieser Begegnung erinnerte ich mich an die Heftenreihe von Max Seltmann und besonders daran, wie traurig Ursus war, weil er den Vater nicht rechtzeitig angetroffen hatte – und dann war Er da."

Soweit also diese rührende Geschichte. In der nächsten Folge wollen wir sehen, was die Heilige Schrift zu den materialisierten Engel unter uns sagt und wir wollen uns sensibilisieren, daß

1. wir in jedem Menschenherzen Jesu selbst sehen können und sollen,

2. daß unser Leben in allem wahr sein muß, denn wir können damit rechnen, dass die geistige Welt ein wachsames Auge auf uns hat und

3. daß, wenn wir um Göttlichen Beistand bitten, wir diesen in jedem Falle auch erhalten.

Jesus segne Dich!

 

 

 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Wahre Sabbatruhe


 

Gott hat dem Menschen eine Sabbatruhe verordnet und das nicht wegen Ihm, sondern für das Beste der Menschen selbst.

Nun ist es auf der einen Seite sehr belustigend, auf der anderen Seite äußerst betrüblich, wie die Bibel-Christen darüber streiten, ob der siebente Tag in der Woche nun der Samstag oder der Sonntag sei. Christen, welche am Buchstaben hängen streiten sich in den Himmel und vergessen um was es eigentlich geht. Die Ruhe hat nichts mit dem Wochentag zu tun, sondern die Ruhe ist ein Zustand für den Leib, die Seele und vor allem den Geist, weil nur in der von Gott verordneten Ruhe der innere Frieden gefunden werden kann. Diese Ruhe ist der Friede. Dieser Zustand der inneren Ruhe soll selbstverständlich ein permanenter Zustand sein.

Das Alte Testament spricht im dritten Gebot vom Sabbat, den man heiligen sollte. Diese Feier des siebten Tages in der Woche war eine ausgesprochen materielle, denn eine Geistige war erst nach der Ausgiessung des Heiligen Geistes möglich. Jesus hat uns darauf vorbereitet in dem Er die Pharisäer provozierte und sich oft am Sabbat so verhielt, wie es eben nach den jüdischen Tempel-Gesetzen verboten war. Das Ziel des ganzen Evangeliums ist ja, daß wir die Ruhe, den Frieden im Geiste finden, und deshalb haben wir die Alttestamentliche Entsprechung des Sabbats, daß man wenigstens einen Tag in der Woche sich vom materiellen Leben (Geld verdienen) löst und Gott gedachte. Und genau diese Alttestamentliche Sabbat-Tradition finden wir beim Grossteil der Christenheit noch heute. Am Sonntag (manchmal eben auch am Samstag) geht man zum "Gottesdienst" – jedenfalls wenn nicht etwas Wichtigeres angesagt ist wie ein Ski-Tag oder ähnliches.

Die Ruhe oder der Friede im Geiste ist aber nicht möglich, wenn nicht der ganze Mensch, also auch der Körper und die Seele von dieser Ruhe erfasst wird. Ein friedvoller Mensch, welcher die innere Ruhe gefunden hat, steht über jedem Ärger und kennt nicht einmal mehr Missmut. Bei allem Unbill, den er ertragen muß, bleibt er ungerührt in der Ruhe und strahlt diese Ruhe, diesen Frieden auf seine Umgebung aus.

Damit wir zu dieser Geistesruhe gelangen können sollten wir einiges beachten, das auch im Alltag geübt werden kann.

Die Ruhe des Leibes

Der Leib ist vom Schöpfer so eingerichtet, dass er der regelmässigen Ruhe bedarf um funktionstüchtig zu bleiben. Der Leib ist der Tempel Gottes, wie uns Paulus erklärt und deshalb sollen wir zu ihm Sorge tragen. Der Schlaf ist die natürlichste Ruhezeit für den Leib. Aber der Schlaf nützt nichts, wenn wir aus welchen Gründen auch immer verkrampft einschlafen und uns am morgen beim Aufstehen wie gerädert vorkommen. Deshalb sollen wir uns vor dem Einschlafen durch eine kurze Übung entspannen, indem wir uns allen Muskelpartien der Reihe nach bewußt werden und sie bewußt lockern um sie von allen Anspannungen zu lösen.

Natürlich tun wir das nicht nur nachts im Bett, sondern wir entspannen uns auch bewußt wenn wir uns hinsetzen. Selbst beim autofahren entledigen wir uns den unnötigen Anspannungen, so daß die Muskeln zur Ruhe kommen und eine gesunde und normale Durchblutung möglich ist.

Nebst den Muskeln soll auch die Atmung ein Gegenstand unserer Aufmerksamkeit sein. Ein flacher Atem fördert zuwenig Sauerstoff für die Zellen, was verheerende Folgen hat. Nicht nur das Gehirn leidet an Konzentrations-Unfähigkeit, auch die Verdauung kann nicht richtig funktionieren. Viele Leiden, welche absolut unnötig wären, werden nur schon damit hervorgerufen.

Ich möchte in diesem Aufsatz nicht näher darauf eingehen, damit wir uns nicht in den Details verlieren. Aber es ist empfehlenswert, sich mit diesem Thema zu befassen und ein gutes Buch auszuwählen, das dieses Thema tiefgründiger erklärt.

Die Ruhe der Seele

Die Ruhe der Seele ist schon eine viel wichtigere Voraussetzung, daß auch dem Geist in die Ruhe wachsen kann. Ist die Seele der Unruhe ausgesetzt, so ist es dem Geiste nicht möglich, Sein eigentliches Lebensziel zu finden, weil Er durch die friedlose Seele immer wieder im Wachstum gebremst wird.

Ein grosser Unruhe-Herd für die Seele ist das Weltgetümmel. Einerseits ist es der schon etliche Male erwähnte Fernseh-Kasten, der immer noch in christlichen Haushalten zu finden ist, dann das neue Medium Facebook, dem auch so viele Christen erlegen sind und ihre wertvolle Zeit mit diesem dummen Nonsens vergeuden.

Der wohl grösste Unruhe-Herd für die Seele sind wohl die Sorgen, das Pläneschmieden und im Allgemeinen das meist unbewusste Suchen nach der Selbstbestätigung des eigenen Egos.

Ist es uns Ernst mit der Nachfolge Jesu, dann setzen wir hier (und heute) den Hebel an und zwar in der eben geschilderten Reihenfolge. Unsere Seele muß frei von Sorgen sein, denn daß Gott für uns in Allem sorgt, ist nicht nur eine Redewendung, sondern ist in der Tat Wahrheit. Sorgen wir uns aber selbst, dann entziehen wir Gott das Sorgerecht für uns und Er wird es dann eben bleibenlassen und überlässt uns uns selbst.

Das Pläneschmieden ist ein übles Ding. Auf der einen Seite haben wir unsere eigene Vorstellung der Zukunft und planen diese auch mit mehr oder weniger Erfolg. Wenn wir aber gleichzeitig Gott bitten unser Führer zu sein, dann hat Gott zwangsläufig ein Problem: Soll Er jetzt eingreifen und Seinen Plan geltend machen oder soll Er dem betreffenden Menschen seinen eignen Willen lassen, was ja auch eine Maxime Gottes ist. Wir können dieses Problem für Gott lösen, wenn wir entweder das eigene Plänemachen seinlassen, oder aber Gott nicht blasphemisch um etwas bitten, wenn wir sowieso nicht gedenken zu gehorchen, wenn Gottes Pläne sich nicht mit unseren eignen Pläne decken.

Eine Seele welche immer wieder darauf bedacht ist, eine Bestätigung für das erfolgreiche eigene Wirken zu suchen, wird schwerlich zur Ruhe kommen. Schon in der Aussage: ".. habe ich es nicht schon vorher gesagt …?" kommt dieses Suchen nach Geltung des Egos zu Tage.

Bitten wir Jesus, Er möge uns alle die heiklen Punkte in unserer Seele aufdecken, damit wir diese eliminieren können. Bittet man so, dann ist es erstaunlich, wie schnell und wie gründlich Gott reagiert! Sind wir im Ernst darauf bedacht, Ruhe in unsere Seele zu bringen, dann hilft uns Gott tatkräftig dabei!

Die Ruhe des Geistes

Die Ruhe des Geistes Gottes, oder des Geistfunkens in uns, können wir vor allem mit der bewussten Beruhigung der Seele fördern. Der Geist Gottes kann dann nur dadurch in die wahre Ruhe eingehen, wenn die Seele sich der steten Gegenwart Gottes im Herzen bewußt wird. Und das ist ja nur dann möglich, wenn sie sich von aller weltlichen Hektik und Ablenkung lossagt.

Ist dieses stete Bewusstsein der Gegenwart Gottes einmal der wichtigste Teil des menschlichen Erdenlebens überhaupt, dann wird der wahre Frieden nicht nur für die betreffende Seele, sondern auch für die ganze Umgebung offenbar. Dieser innere Frieden ist die wahre Sabbatruhe.

 

Jesus segne Dich!

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.

Mittwoch, 28. November 2012

Wahrer Gottesdienst


 
Es fragt eine Glaubensschwester in einer öffentlichen Diskussionsrunde:

"Das Thema beschäftigt mich schon eine Weile. Was ist Gottesdienst? Reicht es aus, sonntags im Gottesdienst anwesend zu sein und damit seine "Pflicht" erfüllt zu haben?! Gottesdienst hat als Wortstamm wenn man es auftrennt "Gott dienen". Ist dann sonntags der Gottesdienst nicht irgendwie zu kurz gedacht?! Dieses "Gott dienen" beschäftigt mich gedanklich....und wenn ich mich so frage und mich selbst prüfe dann muss ich leider auch feststellen, dass dieses "Gott dienen" leider bei mir viel zu kurz kommt.... Wie seht ihr das?! Was ist Gottesdienst für euch persönlich? "

Wenn sich das Glaubensleben auf das Absolvieren einer Religion mit allen seinen Traditionen und Zeremonien beschränkt, dann ist der sonntägliche "Gottesdienst" genau das Richtige. Dieser allwöchentliche und auch in den Freikirchen praktizierte sogenannte Gottesdienst ist aber für den Nachfolger Jesu kein Thema, weil "Gott dienen" etwas ganz anderes beinhaltet als eine gut durchdachte, mehr oder weniger schlaue Predigt zu hören. Dabei geht es nicht um die Gemeinschaft mit Glaubensgeschwister, denn diese sollen wir pflegen. Aber dafür gibt es auch andere Formen als der zeremonielle Sonntagmorgen in der Stein-Kirche.

Vor Jahren wohnte ich einem Allianz-Gottesdienst bei mit einem fein ausgearbeitetem und klugen Programm, wie es der Hauptprediger ankündigte: "Den Gottesdienst haben wir in drei Teile aufgeteilt. Zuerst werden wir 10 Minuten Fürbitte leisten, dann 15 Minuten Gott loben und preisen und nachher hören wir die Auslegung aus der Heiligen Schrift". Nun – Gott wird sich wahrlich gefreut haben, daß diese ganze Gemeinschaft sich Zeit nahm, Ihn eine Viertelstunde lang zu loben und zu preisen. Diese Lobpreisung wurde aufgelockert durch einen adHock zusammengestellten Kirchenchor, welcher durch die akustisch perfekten vierstimmigen Lob- und Preislieder eine seelisch starke emotionale Stimmung hervorrief.

Soweit sind wir gekommen. Ein Gottesdienst, bei welchem Gott nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, mehr dafür aber das Organisationstalent, gut vorbereitete und gut durchdachte Reden, welche bestenfalls den Verstand aber kaum das Herz erreicht. Denn was aus dem Verstand kommt, geht in den Verstand und was aus dem Herzen kommt, geht in die Herzen. Gottesdienste dieser Art ist reine Religion wie wir sie von den Landeskirchen her kennen, ohne den geringsten Bezug zum wahren Glaubensleben. Soweit sind die Freikirchen heute, weit ab von dem wie die Gründer dieser Gemeinschaften einst lebten und sich die Gemeinschaft der Gläubigen vorstellten.

Es braucht heute wieder einen Amos. Der Prophet, welcher im achten Jahrhundert vor Christus eben genau auch die selben Probleme an den Pranger stellte, muß auch heute wieder zu Wort kommen:

"Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen! Wenn ihr mir gleich euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich kein Wohlgefallen daran, und eure Dankopfer von Mastkälbern schaue ich gar nicht an. Tue nur weg von mir das Geplärr deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich gar nicht hören! Es soll aber das Recht daherfluten wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein unversiegbarer Strom!" (Amos 5, 21 – 24)

Wie sieht der wahre Gottesdienst aus?

Ja, um auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen, es geht weniger darum, was der Gottesdienst "für uns persönlich bedeutet", als vielmehr darum, was Gottesdienst in den Augen Gottes ist. Wie sieht Er es, wie wir Ihm dienen sollen?

Das Buch Tobias ist eines der besten Lehrbücher im Alten Testament, weil es in klarer Weise das Evangelium des Neuen Testamentes schon vorwegnimmt und uns in unmissverständlicher Weise, kurz und bündig lehrt, was echter Gottesdienst ist.

" … und obwohl er dort unter Fremden (die Welt, Face-Book- und Fernseh-Zombies) leben musste, ist er dennoch von Gottes Wort nicht abgefallen. Darum teilte er alles, was er hatte, Tag für Tag mit seinen gefangenen Brüdern und Verwandten … Während alle andern den goldenen Kälbern (Banken, Versicherungen, Markenartikel) dienten … schied er sich von der Gemeinschaft mit ihnen und hielt sich als Einziger zum Tempel des Herrn in Jerusalem und diente dort dem Herrn und betete des Gott Israels an. Er gab auch alle Erstlinge und Zehnten mit solcher Treue, daß er sogar jedes dritte Jahr den Fremdlingen, Witwen und Waisen ihren Zehnten gab."

Weiter beinhaltete sein Gottesdienst auch Gefangenenbesuche: "So besuchte er nun alle, die in der Gefangenschaft lebten, und ermahnte sie, Gottes Wort treu zu bleiben." Und das wohl wichtigste Element in seinem Gottesdienst war: " … ging Tobias wieder bei allen Israeliten umher und tröstete sie und gab ihnen von seinem Vermögen soviel er konnte: die Hungrigen speiste er, die Nackten kleidete er, die Toten und Erschlagenen begrub er."

Wann hast Du, lieber Bruder, liebe Schwester, das letzte Mal jemanden darauf hingewiesen, Gottes Wort treu zu bleiben, also nicht zu sündigen? Schon bald werden wir alle Gelegenheit haben, Hungrige zu speisen mit unserem Vermögen, in Griechenland, in Spanien, ja selbst in den USA ist diese Gelegenheit schon heute gegeben. Ist Dein Vermögen auch dafür vorgesehen?

Es ist natürlich nicht nur Tobias von dem die Bibel spricht, auch noch unzählige andere Stellen weisen auf diese Art von echtem Gottesdienst hin. Aber nirgends steht, daß mit einem viertelstündigen Lobpreis Gott Genüge getan wird, denn das ist rein luziferisch. Das gesamte Leben muß ein Gottesdienst sein, nicht eine beschränkte Zeit in der Woche.

Gott dienen heißt dem Menschen dienen!

Aber es ist auch nicht die Bibel allein, welche den wahren Gottesdienst proklamiert. Der alleinige Rote Faden im gesamten Lorberwerk ist nichts anderes, als Gott zu dienen, in dem man in jedem Menschen Jesus erblickt und diesem Menschen dient. Natürlich nicht nur denen, welche uns zuvor schon beschenkt haben, sondern vor allem eben jenen, welche etwas schwierig im Umgang sind, Menschen, die uns zum Kreuz geworden sind. Dienen wir diesen Menschen, vor allem mit der Liebe, dann dienen wir Gott, Jesus, der immer bei und in uns ist!

 

Jesus segne Dich!

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.

 

 

 

Mittwoch, 21. November 2012

Im Glauben verzweifeln III

 

Wir haben im letzten Aufsatz gesehen, wie Johannes der Täufer es versäumt hat, Jesus nachzufolgen und stattdessen lieber seine eigene Agenda durchgezogen hat. Da ja diese "Agenda" schon im Alten Testament vorhergesagt wurde, war die Tätigkeit Johannes absolut biblisch, wie wir heute sagen würden. Oder anders gesagt, die Events Johannes des Täufers waren durchwegs nach Gottes Willen. Aber stimmt das wirklich, ist eine Tätigkeit stets und zwangsläufig im Willen Gottes, auch wenn sie biblisch ist?

Diese Frage bringt uns auf den Sprung ins heutige Zeitalter, wo doch die (baptistischen) Kirchen davon ausgehen, daß wenn etwas biblisch ist, dann ist es automatisch auch im Willen Gottes. Das dem nicht so ist, ersahen wir am Beispiel des Johannes des Täufers. Statt die (biblische) Tätigkeit zur rechten Zeit aufzugeben und Jesus nachzufolgen, predigte er weiter die Busse von der Sünde, während Jesus durch Sein Leben, Seinen Tod und Auferstehung die Menschen von der Knechtschaft der Sünde freigemacht hat. Statt wie Jesus die Taufe durch den Heiligen Geist, predigte Johannes die Taufe im Wasser.

Heute geht das in den Freikirchen genauso. Die Wassertaufe als Symbolwert wird als tote Handlung aufrecht erhalten, statt daß durch die Nachfolge Jesu, also durch die Ausübung der konsequenten Nächstenliebe, die Taufe im Heiligen Geist (Wiedergeburt) angestrebt wird.

Da nun diesem Ziel ein Leben in der Heiligung zugrunde liegt und dieses Leben eine konsequente Umkehr erfordert und die Kirchen dies natürlich nicht lehren können, nennen sie jeden, der an Jesus glaubt, bereits wiedergeboren, obschon beinahe alle noch weiterhin nach dem Fleisch leben und ein sündenfreies Leben ablehnen. Dieses Nach-dem Fleische-Leben wie es Paulus nennt, ist aber nicht nur das sinnliche Leben nach den fleischlichen Begierden, sondern auch ein Leben nach dem persönlichen, eigenen Willen. Wie Johannes, der zwar eine biblische Tätigkeit ausübte, aber nach der Erkenntnis  Jesus Christus als Sohn Gottes nicht nach dem Willen Gottes lebte! Das Leben nach dem eigenen Willen ist ebenfalls ein Leben nach dem Fleisch und, selbst wenn man eine ganz klare Gotteserkenntnis erlangt hat ist die Folge immer dieselbe: Zweifel an dem was man glaubt, Zweifel an Gott und Zweifel an der Erlösung aus der Knechtschaft der Sünde.

Wenn einem Zweifel plagen, so ist das immer ein Zeichen, daß man noch ein zu starkes Ego mit sich herumschleppt, daß das Leben noch nach eigenen Vorstellungen geplant und geführt wird, auch wenn man im Hintergrund Gott um den Segen dafür bittet. Lebt man nach der grösstmöglichen Selbstverwirklichung, so ist es mit der Akzeptanz des Willen Gottes nicht weit her und Zweifel sind die natürlichen Folge.

Im praktischen Leben sieht das dann so aus, daß ein Gläubiger in der steten Angst befangen ist, vom Glauben abzukommen. Er akzeptiert keine anderen heiligen Schriften mehr, als nur alleine die Bibel. Bei allen anderen Göttlichen Offenbarungen kommen die schwersten Zweifel "Herr, bist du es oder ist es ein anderer?" Auch Weissagungen in der sonntäglichen Versammlung lässt man nur in den wenigsten Gemeinschaften zu, weil die Zweifel zu gross sind, ob diese Weissagungen wirklich von Gott oder vom Gegner sind. Diese Zweifel sind ein Zeichen, daß der Geist Gottes im Herzen noch kein selbständiges Leben führen kann, weil die Welt noch einen zu großen Überhang in der Seele hat.

Diese Zweifel verfolgen den Gläubigen auf jedem Schritt. Bittet er Gott um die Führung in seinem Alltag, so zweifelt er trotzdem in jeder Situation, ob er nun dem Willen Gottes folgt oder seinem eignen, oder sogar, noch schlimmer, dem Willen Satans.

Auch die innere Stimme ist für den zweifelnden Christen eine Quelle der Angst. Ist es Jesus oder ist es ein anderer? Deshalb ist die innere Stimme kein Faktor für ihn und er sucht nun alle Antworten alleine nur in der Bibel und behauptet, "Gott spricht nur durch Sein Wort, die Bibel!"

Wie wir schon im ersten Teil dieses Aufsatzes gesehen haben, begleitet der Zweifel den Kirchen-Christen getreu durch seinen Alltag. Bei Krankheiten vertraut man lieber der Wissenschaft als Jesus im wahren und tatkräftigen Glauben. Medikamente der geldgierigen Pharmaindustrie verdienen weit mehr vertrauen, als das Händeauflegen durch die Ältesten. Nun, den Arzt wie die Medikamente kann man sehen - Jesus nicht. Diese Gläubige leben wie die Materialisten nach dem Wort "ich glaube nur, was ich sehe!", obschon sie behaupten, an Jesus zu glauben.

Ja, es ist traurig, wie weit es die Christenheit gebracht hat. Statt Glauben wird Zweifel gelebt – und die Kirche selbst tut nichts dagegen, weil die Welt und eben ihre Zweifel nicht vor ihren Mauern halt machen.

Es gibt Abhilfe von diesem in die Irre führenden Weg. Die Kirchen müssen wieder das Wort der Heiligung predigen und sich nicht mehr hinter der billigen Gnade verstecken. Der Weg der Heiligung alleine führt weg vom Zweifel zum wahren Glauben, zum Glauben, bei dem sich Gott manifestieren kann. Es ist der Weg der Nachfolge, der Weg zum Kreuz, der Weg mit dem Kreuz, der Weg der wahren Nächstenliebe. Wenn man Gott – und damit Jesus – auf diese Weise erfahren darf, dann hat der Zweifel keinen Platz mehr und er steht einem dann auch nicht mehr im Wege.

Jesus segne Dich!

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.

 

 

 

 

Mittwoch, 14. November 2012

Im Glauben verzweifeln II


 
 

Im letzten Aufsatz habe ich davon gesprochen, daß die baptistischen Kirchen Zweifels-Kirchen sind. Diese Behauptung ist wohlbegründet, denn der Zweifel ist – nicht in der Predigt, aber in der Tat – weitaus stärker als der Glaube. Wie schon beschrieben, der weltliche Arzt mit seinen Medikamenten-Kenntnissen geniesst weit grösseres Vertrauen als Jesus, unser eigentlicher Arzt und Heiland.

Doch woher kommen diese Zweifel? Wo liegt der Ursprung? Nun, wir reden ja von "Baptistischen" Kirchen als Sammelbegriff für alle biblischen Freikirchen. Der Ausdruck "Baptistischen" bedeutet "Täufer", es ist also ein Bezug auf Johannes der Täufer. Ich bin mir fast sicher, als dieser Ausdruck für die heutigen Freikirchen geprägt wurde, hätte man sie lieber "Jesus-Kirche" oder eben "Jesuiten" genannt, aber dieser Ausdruck ist bekanntlich anderweitig besetzt.

"Nomen est Omen" – und das kann man auch hier bestätigt sehen, wenn man die heutige Baptisten-Kirche auf Johannes dem Baptisten bezieht. Beide sind von Zweifel, ja starken Zweifel geprägt. Man würde das zwar von Johannes niemals erwarten, denn seine Voraussetzungen für das Amt und seine Aufgabe als Rufer in der Wüste, also den Wegbereiter für Jesus Christus, waren einzigartig. Jesus gibt ihm das Zeugnis, daß er weit grösser ist als ein Prophet – und was kann grösser sein als ein Prophet? Das kann nur ein Engel sein.

Johannes der Täufer war der Sohn des Hohepriesters Zacharias. Seine Mutter Elisabeth und die Mutter Jesu, Maria, kannten sich bestens und besuchten einander. Johannes und Jesus hatten die Kindheit zusammen verbracht, wenn sie auch räumlich nicht sehr nah beisammen wohnten. Man darf sehr wohl annehmen, daß Johannes, der spätere Täufer eine alte Seele, eben ein Engel war, der für diese bestimmte Aufgabe sich auf diese Erde inkarnierte und wie alle anderen Menschen auch, das Bewusstsein des vorherigen Zustandes für die Zeit des Erdenaufenthaltes verloren haben. Mit Sicherheit war Johannes eine starke Seele, denn er ist später als Einzelperson gegen das ganze weltliche System der Templer angetreten und hat sie bloss gestellt. Heute würde man sagen, das Templer-System war ein faschistisches System und gegen ein solches Gebilde anzutreten ist lebensgefährlich. Aber Johannes tat, was er tun musste, es war seine Bestimmung. Als dann eines Tages sein Jugendfreund Jesus am Jordan vorbei kam, erkannte er ihn als Messias und rief vor allem Volke: "Ich taufe mit Wasser; aber mitten  unter euch steht Einer, den ihr nicht kennt, welcher nach mir kommt, der doch vor mir gewesen ist, für den ich nicht würdig bin, ihm den Schuhriemen zu lösen."

Am folgenden Tage sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht:  "Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt! Das ist der, von welchem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar würde, darum kam ich, mit Wasser zu taufen. Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah den Geist wie eine Taube vom Himmel herabsteigen und auf ihm bleiben. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du den Geist herabsteigen und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der im heiligen Geiste tauft."

Diese Verse sind sehr interessant, weil sie mehr aussagen, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Johannes hat mit absoluter Sicherheit erkannt, wer Jesus ist.

1.  Er sagt: " … mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt …" Das heißt, das Volk kennt ihn nicht, oder höchstens als den Zimmermannssohn, der mit seinem Vater und den Brüdern im Land herumzog und in Lohnarbeit Häuser und Ställe errichtete. Johannes aber weiß mehr, er kennt und erkennt Ihn. Wie wir noch sehen werden, weiß Johannes jetzt, daß er eine besondere Seele ist und weiß, daß Jesus eine noch weit mehr besondere Seele ist. Er weiß, daß Jesus über ihm steht und eine starke Ehrfurcht ist in dieser Situation nicht zu verkennen.

2. am folgenden Tag wird Johannes noch deutlicher. Jetzt erkennt er Jesus wirklich und weiß sogar, zu welchem Zweck Jesus auf der Erde ist, sich inkarniert hat: " … Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! … " Diese Aussage brauchte eine gehörige Portion Mut, denn wenn wir uns vorstellen, daß die Oligarchen stets Spione bei Johannes hatten, so konnte sich Johannes im höchsten Grade lächerlich machen und damit seine ganze Glaubwürdigkeit verlieren. Die Sünde von der Welt wegnehmen, heißt, die wirtschaftliche Existenz der Templer zerstören, denn diese lebten von der Sünde und deren Folgen, wie später auch die katholische Kirche mit dem Ablasshandel. Johannes hatte also ein ganz klares Erkennen der Bedeutung von Jesus.

3. Und jetzt kommt die wohl interessanteste Aussage: "… aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen … usw." Johannes wusste nun ganz klar um seine Sendung. Doch wer sandte ihn? Jesus? Nein. Sein Vater Zacharias? Nein, der lebte nicht mehr zu diesem Zeitpunkt. Der Heilige Geist? Nein. Ich bin mir ganz sicher, daß Johannes zu diesem Zeitpunkt das Bewusstsein um seinen vorigen Zustand (als Engel) erhalten hat, also eine ganz klare Erleuchtung aus der geistigen Welt erhalten hat und somit ganz klar wusste, um was es ging.

Bis zu dieser Taufe Jesu lief alles so ab, wie es von jeher vorgesehen war und wie es die alttestamentlichen Propheten schon geschrieben haben. Nach der Taufe Jesu aber geschah etwas mit Johannes, das absolut unerklärlich war und noch immer ist. Die Heilige Schrift schweigt sich darüber aus. Man müsste annehmen, daß die natürliche Reaktion Johannes des Täufers eine ganz andere hätte sein sollen, als sie es war. Johannes hätte nun auch erkennen müssen, daß seine Aufgabe erledigt war, aber er erkannte seinen eigenen Widerspruch nicht. Tags zuvor sagte er, daß Jesus der sei, welcher die Sünde der Welt hinwegnimmt, aber er (Johannes) predigt noch immer die Busse von der Sünde. Er hätte erkennen müssen, daß die Sache mit der Sünde nun alleine Jesus' Sache sei und seine Aufgabe als Wegbereiter Jesu hätte in eine Nachfolge Jesu sich wandeln sollen.

Johannes ist Jesus nicht nachgefolgt. Er predigte weiter und liess seine Jünger bei sich. Wenigstens alle seine Jünger hätte er zu Jesus schicken müssen, daß diese ihm nachfolgten, denn er hatte ja vorher richtig erkannt, daß Jesus grösser als er selbst ist. Es ist unerklärlich, weshalb Johannes seine Events beibehielt und viel Volk an sich band, statt auch das Volk zu entlassen, daß es alleine nur auf Jesus blicke.

Dieses rätselhafte Verhalten Johannes des Täufers hatte bald ein tragisches Nachspiel. Mit Sicherheit drang die Kunde an sein Ohr, wie Jesus wirkte und was Jesus predigte. Und trotzdem begann ein elender Wurm an seiner Seele zu nagen, der Wurm des Zweifels. Die ehemals klare Erkenntnis über die Bestimmung und das Wirken Jesu verblasste zusehends, daß er sich genötigt fühlte, sich nochmals Klarheit darüber zu verschaffen, wer Jesus wirklich war. " … Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich, sandte sie zu Jesus und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?" (Luk 7, 18)

Diese Frage muß wie ein Schlag in Gesicht von Jesus gewesen sein. Wie ist eine solche Frage in dieser Situation überhaupt möglich?

Das ist nur so zu erklären. Auch Engel haben, wenn sie sich inkarnieren, einen luziferischen Gegenpol in sich, was schon vom Fleisch (Körper) her vorgegeben ist. Selbst Jesus musste mit dieser Situation kämpfen und dieses Luziferische überwinden. Er hat so lange gekämpft, bis Er sagen konnte: "Ich habe die Welt überwunden". Auch Johannes hat wohl damit gekämpft, denn er hatte ja ein leibliches Vorbild in Jesus, aber ein Rest dieses luziferischen Zustandes ist hängengeblieben und das Ego Johannes sah sich und seine einmal begonnene Aufgabe bei einer Nachfolge Jesu in die Bedeutungslosigkeit versinken. Es war die Welt, welche Johannes nicht ganz zu hundert Prozent überwunden hat und an diesem luziferischen Ego konnte der Zweifel Fuss fassen und das Herz beschleichen.

Zweifel hat genau soviel mit der Welt zu tun, wie der Glauben mit dem Geist Gottes zu tun hat. Da, wo der geringste Zweifel vorhanden ist, also da wo noch Welt(liebe) im Herzen vorhanden ist, da kann der Glaube nicht wirksam sein. Die Welt mit seinem rationalen Denken im Kopf ist die Brutstäte des Zweifels. Vielleicht büsste Johannes in der Folge sinnbildlich für uns, seinen Kopf ein.

Die Nicht-Nachfolge Jesu wurde Johannes zum Verhängnis. Aber nicht nur Johannes dem Täufer, sondern auch uns wird die Nicht-Nachfolge oder die nicht konsequente Nachfolge zum Verhängnis werden. Die laue Nachfolge, auch wenn wir Jesus einst erkannt haben, aber die Welt(liebe) immer noch Bestandteil unseres Lebens ist, dann kommt bald die Zeit des Zweifels: "Bist wirklich Du es? Oder ist es ein anderer?"

Ja, meine lieben Geschwister, ist es wirklich Jesus, oder ist es ein anderer? Wie und durch wen werden wir geführt in unserem Leben? Ist es wirklich Jesus, oder ist es ein anderer?

Wie Johannes der Baptist ins Zweifeln und ins Grübeln gekommen ist, so ist auch die nach ihm genannte Kirche heute nicht besser dran. Am nächsten Mittwoch werden wir uns mit den aktuellen und uns auf Schritt und Tritt begegnenden Zweifel in und durch die Lehre der Kirche auseinandersetzen.

 

Jesus segne Dich!

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.

 

Mittwoch, 7. November 2012

Im Glauben verzweifeln I


 

Wie oft erlebte ich in meinen Gemeinden-Jahren, wie Brüder und Schwestern nahe der Verzweiflung waren, weil Gott offensichtlich ihre Gebete nicht erhört (hat). Gebete, welche mit Sicherheit ernst waren, Gebete, welche nicht gegen die Ordnung Gottes verstiessen, aber die Geistige Seite blieb stumm, kein Gott, kein Jesus, kein Engel, keine Reaktion – nichts! Einige Male sah ich das Leid, welche durch die Nichterhörung des Hilfeschreies noch verschlimmert wurde – und vielfach geschah das mit Brüdern und Schwestern, welche schon seit vielen Jahren, ja Jahrzehnte oder sogar schon das ganze Leben im Glauben gewandelt sind.

In der Seelsorge der ausgebildeten Pastoren ist in solchen Fällen auch unisono stets der selbe Ratschlag zu hören: "Das ist Dein Kreuz, es dient zur Erlangung der Demut, deshalb schick Dich drein und nimm es dankbar an!"

Dieser Ratschlag ist natürlich nicht falsch, aber meistens am falschen Platz. Natürlich kann eine Krankheit oder ein Leiden mentaler oder wirtschaftlicher Art ein Kreuz darstellen, aber das ist eher selten der Fall, wenn wir uns überlegen, weshalb wir ein Kreuz tragen sollen. Wie ich das schon an anderer Stelle ausführlich beschrieben habe, ist uns das Kreuz um den Hochmut zu überwinden fast durchwegs in Bezug auf die Mitmenschen zum Tragen gegeben worden, denn die Demut erlangt man nur durch die Nächstenliebe. Also können wir davon ausgehen, daß unerhörte Gebete in Bezug auf die Krankheit andere Ursachen haben dürften, denn eine Krankheit fördert kaum die Liebe zum Nächsten.

Als Beispiel dient uns ein lieber Bruder im Herrn, schon achtzig Jahre alt und das ganze Leben im Glauben gelebt, wie er selbst sagt. Die folgenden Zeilen hat er im Internet veröffentlicht und deshalb zitiere ich sie ungefragt an dieser Stelle, weil sie uns als sehr gutes Anschauungsmaterial dienen können:

"Seit Monaten bete ich jeden Abend zu Gott er möge mir doch helfen gegen mein morgendliche Übelkeit die von den vielen Tabletten kommen die ich jeden Tag einnehmen muß. Ich habe schon verschiedene Medikamente bekommen gegen die Übelkeit doch nach kurzer Zeit verlieren sie ihre Wirkung. Wie gerne würde ich morgens mal wieder frühstücken mit leckeren Brötchen, aber es geht nicht, da die Übelkeit erst gegen Mittag weg ist. Und dann frage ich mich immer, warum erhört Gott meine Gebete nicht. Ich weiß dass Gott kein Selbstbedienungsladen ist und er auch nicht immer dann da ist, wann wir es wollen aber ich bete doch jeden Abend im Bett bevor ich einschlafe und das über Monate aber nichts passiert und darüber bin ich sehr traurig."

Nun, daß nichts passiert, ist eigentlich schon fast ganz klar. Es kann nichts passieren, weil unser Bruder F. im Herrn nicht im Glauben bittet.

Manch einer wird jetzt wahrscheinlich einwenden, daß das doch im Glauben ist, wenn man ernstlich Gott um etwas bittet und dieses Gebet verstösst doch sicher nicht gegen Gottes Ordnung. Da gehe ich mit diesem Einwender völlig einig, wenigstens soweit, wenn man den "Glauben" so versteht, daß unser Glaube reine Gnade ist und wir diesem Glauben keine Werke hinzufügen dürfen, weil dann die Gnade Jesu geschmälert wird. Wenn man den Glauben so versteht, daß wir alles nur aus der Hand Gottes empfangen sollen und wir selbst dem nichts hinzufügen dürfen/sollen, ja dann hat dieser Einwender mit seiner Argumentation absolut recht.

Nun sind wir wieder mittendrin im schon lange angesprochenen Problem der falschen Lehre der Baptistischen (Frei-) Kirchen.

Unser Bruder F. ist, soweit ich ihn kenne, wirklich eine demütige Seele. Sein langes Glaubensleben entspricht haargenau der kirchlichen Lehre und er glaubt an die ganze Bibel und lehnt ganz kirchentreu alles ab, was über die Heilige Schrift hinausgeht.

Wenn unser Bruder F. wie auch so viele andere leidende Geschwister wirklich im Glauben bitten und leben würden, dann wäre dieser Glauben ein wahrer Tat-Glaube. Daß unser Glaube reine Gnade ist,  ist die Anfangslektion in der Sonntagschule kurz vor und nach der Bekehrung. Nach dieser Anfangszeit, wenn man den Paulus zehnmal gelesen hat, stösst man auf den Jakobusbrief und dann heisste es dort: "So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot." Weiter heißt es auch: " … er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, gleicht der Meereswoge, die vom Winde hin und her getrieben wird."

Der Glaube unseres lieben Bruders F. reicht gerade soweit, daß er glaubt, daß Jesus die Wirkung der Medikamente sicherstellt. Das Vertrauen auf die Heilung oder wenigstens der Linderung des Leidens hat in erster Linie der Arzt, die Medikamente, also das weltliche System. Natürlich kommt unser Bruder niemals auf die Idee, daß Jesus selbst der alleinige Ansprechpartner ist, denn die Kirche lehrt wie es die luziferische Welt will: Gott hat die Ärzte und die Medikamente geschaffen, ihnen dürfen wir vertrauen. Das ist auch Glaube – aber nicht der Biblische! Jesus sagt: "Kommet her zu M I R, wenn ihr mühselig und beladen seid …" Wenn wir das glauben und wir wirklich ein Glaubensleben führen, ein Glaubensleben mit Glaubens-Werken, dann stellen wir uns gegen die Welt und erbitten keine Hilfe von ihr. Unsere Hilfe ist Jesus – Jesus allein, denn Er ist mächtig, mächtiger als die ganze Welt zusammen. Wenn wir das nicht glauben, dürfen wir niemals behaupten, wir führen ein Glaubensleben! Ich mache hier nicht unserem angesprochenen Bruder einen Vorwurf, sondern der heutzutage völlig fehlgeleiteten Kirche.

Wir rennen zum Arzt und in den Spital, wenn uns der Glaube fehlt. Oder anders gesagt: Wenn wir zum Arzt oder in den Spital rennen, dann fehlt uns der Glaube! Es ist mir völlig bewußt, daß ich mit dieser Aussage auf weiter Flur alleine gelassen werde und ein Entrüsten durch die Reihe geht. Deshalb will ich mich ein bisschen präzisieren. Das eben Gesagte gilt nicht für Anfänger im Glauben oder für Glaubensschwache. Daß sie sich überfordert fühlen, auf Anhieb nur noch die unsichtbare Macht walten zu lassen, kann ich verstehen. Aber Glaubensschwache haben ja noch eine andere Möglichkeit: "Ist jemand von euch krank, der lasse die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen; und sie sollen über ihn beten und ihn dabei mit Öl salben im Namen des Herrn."

Also mir ist nicht bekannt, daß Jesus oder ein Apostel zum Arztbesuch oder zu Medikamenten einer habgierigen Pharmaindustrie geraten haben. Deshalb gibt es für mich auch keine Alternative als Jesus im Herzen. Ich habe keine Krankenkasse, brauche keinen Arzt und das Krankenhaus sehe ich nur von außen, ausgenommen ich mache Besuche von Kranken. Egal was passiert (es kann nichts passieren ohne den ausdrücklichen Willen Jesu), ich vertraue auf Ihn und wenn ich dabei sterben sollte, dann freue ich mich!

Unsere Kirchen sind Kirchen des Zweifels und Kirchen der Weltgebundenheit. Man lebt in und mit der Welt, man spricht von Jesus, aber der Alltag ist vom Welt-System geprägt. Die Welt mit seinem System aber ist die Hölle. Wenn wir ihr den kleinen Finger reichen, dann nimmt sie die ganze Hand – und wir merken es nicht, denn wir sind ja gläubig und der Kirche ergeben – was kann uns schon passieren?

Daß die Baptistischen Kirchen reine Zweifelskirchen statt Glaubenskirchen sind, werden wir am nächsten Mittwoch sehen und erfahren, daß der Ursprung der "Baptisten" gar nichts anderes hervorbringen kann als Zweifel …

 

Jesus segne Dich!

 

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.